Hey zusammen!
1. Buch Andi: Am Anfang war die Nominierung für Joint Study. Andi nahm den Platz an. Es wurde Abend, es wurde Nacht, erster Tag. Andi kommt um elf Uhr nachts nach 20h Reise in Little Rock an. Es wurde Abend, es wurde Nacht, 265. Tag. Aber ich fang in der Mitte an; zuerst musste ich ja von Graz nach Salzburg, von ebenda nach Wien (weil Flug), eine Nacht mit Wurbsi und Schoibi durchmachen (hier ein kleines Dan-ke) und dann irgendwann auch noch mit dem Flugzeug nach London, über den Atlantik nach Dallas und – nachdem ich wegen Verspätung den ersten, wegen der vielen Leute den zweiten und dritten Flug verpasst hab (hätte mich an meinen Koffer halten solln, der ist schon mit dem dritten geflogen, sicher, weil er dem Gepäckträger schöne Augen gemacht hat, mit seinem Idealgewicht von 23 Kilo und den Maßen 35x56x45...) – mit dem vierten nach Little Rock, was frei übersetzt wohl so viel bedeutet wie „wenig los“ (siehe „this rocks“ etc). Dankenswerterweise wurde ich dort schon (noch) erwartet (ich hatte – hab – keine Ahnung, wo meine Unterkunft war), von Chris (auch ein Exil-Grazer) und meiner Kontaktperson (deshalb geschlechtsneutral gehalten, weil ich zuerst mit „Wang“ ned viel anfangen konnte – Vorname, Nachname, Mann, Frau?).
Aber endlich zum Eindruck von LR: das von Studenten offensichtlich gemiedene Ghetto erstreckt sich über die Innenstadt und wird von den Stadtautobahnen begrenzt, meine Zimmerkollegen haben mich ganz kurz an Eminem in 8 Mile denken lassen (oder für den mehr literarischen Geschmack an Ringelnatz` Kürzeste Liebe ;-), es gibt keine Fußwege, dafür aber T-Shirts in XXXXXXL (wirklich, bei uns werden die vermutlich als Zelte gehandelt), Lowrider gehören zum guten Ton, Alkohol wird nur an Minderjährige mit gefälschten Ausweisen vergeben und darf nur in Papiersackerln genossen werden, Frauen nicht mit einem Holzstock geschlagen werden (ok, soweit kann ich mich aklimatisieren)...
Uni hat noch nicht begonnen, dank König Martin Luther, ich hab keine Ahnung, welche Kurse für mich ausgesucht wurden, es regnet und ich verabschiede mich mit einem wohlgemeinten, typischen bonmot im Stile Arkansas': damn, I ain't takin' this shit no mor'
Andi
P.S. Lies rein, ich will dir was schreibn, vom Platz, wo sich komische Leute rumtreiben, Holzhäuser, Nieselregn, viele Bäume, Menschen auf Drogen – hier platzen Träume ^^ Die hier in Arkansas kommen klar mit diesem Leben, ham sogar Freunde aus der Gegend. Hab keine Angst vor dem Typen mit dem Schlagring, er ist zwar n' bisschen verrückt, doch ich mag ihn. Ich kann verstehn, wenn du dich hier nicht so wohl fühlst, dass du viel lieber zuhause in Graz bist. Du sitzt viel lieber am gutgedeckten Tisch, dann merkst du schnell, Little Rock is nix für dich...
Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend, meine Straße, mein Zimmer, mein Blog, meine Gedanken, mein Herz, mein Leben, meine Welt stehn unter Schock :-D
mein blog, mein blog,
AntwortenLöschenreicht von graz bis little rock^^